Abschiedsgeschenk für Erzieher:innen und Lehrkräfte: Kreative Ideen, die Kinder selbst malen und basteln
Wenn der Abschied näher rückt
Die letzten Wochen in Kita oder Grundschule haben etwas Besonderes. Da ist Vorfreude auf das Neue, aber auch ein kleiner Kloß im Hals. Und irgendwann taucht die Frage auf: Wie sagen wir eigentlich Danke? Vielleicht bist du Elternteil und sitzt in der Elternvertretung. Vielleicht bist du Oma oder Opa und holst dein Enkelkind seit Jahren jeden Dienstag ab. Vielleicht bist du selbst Erzieherin und möchtest mit der Gruppe eine Kollegin verabschieden. Eines verbindet euch alle: Ihr wollt etwas schenken, das von Herzen kommt und nicht im Schrank verstaubt.
Die gute Nachricht: Das schönste Geschenk müsst ihr gar nicht kaufen. Es entsteht an einem Basteltisch, mit Farbe an den Fingern und viel Kinderfantasie.
Warum Selbstgemachtes so viel bedeutet
Erzieher:innen und Lehrkräfte begleiten Kinder durch wichtige Jahre. Ein Geschenk, das die Kinder selbst gestaltet haben, zeigt: Du warst uns wichtig, und wir haben an dich gedacht. Dazu kommt ein Gewinn für die Kinder selbst. Wer etwas zum Abschied gestaltet, verarbeitet den Übergang bewusster. Kinder erleben, dass Gefühle wie Dankbarkeit und ein bisschen Traurigkeit einen Platz haben dürfen, auf Papier, in Farbe, in einem kleinen Satz.
Sieben Ideen, die Kinder selbst umsetzen können
- Die Fingerabdruck-Pusteblume als Gemeinschaftsbild: Auf ein großes Blatt oder eine Leinwand malt ein Kind (oder ein Erwachsener) einen langen Stängel. Jedes Kind tupft dann seinen Fingerabdruck als „Schirmchen“ dazu, gern in verschiedenen Farben, und schreibt seinen Namen daneben. Fingerabdruck-Bilder sind eine einfache Technik, die schon die Kleinsten schaffen und die auch Grundschulkindern noch Spaß macht. Die Botschaft dahinter: Die Kinder fliegen jetzt hinaus in die Welt.
- Der Handabdruck-Baum: Ein gemalter Stamm, die Krone aus bunten Handabdrücken aller Kinder. Das wirkt groß, fröhlich und lässt sich wunderbar rahmen. Tipp: Mit Stoffmalfarbe funktioniert dieselbe Idee auch auf einer Stofftasche oder einer Schürze.
- Das Erinnerungsbuch: Jedes Kind gestaltet eine Seite mit einem Selbstporträt, einem Lieblingsmoment und einem Satz wie „Das mochte ich an dir am liebsten …“. Kita-Kinder diktieren, Erwachsene schreiben mit, Schulkinder schreiben selbst. Am Ende werden die Seiten gelocht und mit einem Band zusammengebunden. Das braucht etwas Vorlauf, wird aber oft das Geschenk, das am längsten aufbewahrt wird.
- Bemalte Steine und Naturschätze: Auf dem nächsten Spaziergang sammeln die Kinder glatte Steine und bemalen sie mit Acryl- oder Kreidestiften: Herzen, Marienkäfer, Gesichter oder Initialen. In einer Schale oder einem Glas angerichtet entsteht ein „Glückssteine-Gruß“ der ganzen Gruppe. Auch Stöcke lassen sich bunt umwickeln und zu einem Bilderrahmen verbinden.
- Der Blumentopf zum Weiterwachsen: Ein schlichter Tontopf wird von allen Kindern bemalt oder mit Fingerabdrücken verziert. Hinein kommt eine Pflanze oder ein Tütchen Blumensamen. Das passt gut zu Erzieher:innen mit Garten oder Balkon.
- Ein Bild pro Kind, gesammelt in einer Mappe: Wenn ein großes Gemeinschaftsprojekt zu schwierig zu organisieren ist, malt jedes Kind zu Hause ein Bild zum Thema „Mein schönster Tag mit dir“. Das ist ideal, wenn Großeltern, Paten oder Tanten mitmachen möchten: Sie können am Nachmittag in Ruhe mit dem Kind malen.
- Prozess vor Perfektion: Egal, welche Idee ihr wählt, lasst den Kindern die Gestaltung. Ein lila Baum oder ein Fingerabdruck, der eher wie ein Klecks aussieht, macht das Geschenk persönlich. Erwachsene helfen beim Rahmen, Binden und Beschriften, nicht beim Malen.
Ein praktischer Hinweis noch: Für Lehrkräfte gelten mancherorts Regeln dafür, welche Geschenke sie annehmen dürfen. Selbstgemachtes von Kindern ist dabei in aller Regel unproblematisch. Wenn ihr unsicher seid, fragt kurz nach.
Was du dafür brauchst
- Großes, stabiles Papier, Zeichenkarton oder eine Leinwand
- Fingerfarben oder Stempelkissen in mehreren Farben (abwaschbar)
- Bunt- und Filzstifte, für Steine und Töpfe Acrylstifte
- Feuchttücher, Malkittel oder alte T-Shirts
- Locher, Schnur oder Bänder fürs Erinnerungsbuch
- Einen Rahmen oder eine schöne Mappe
- Etwas Zeit und eine Person, die die Fäden zusammenhält
Probier es selbst aus: Die Pusteblume in 20 Minuten
- Lege ein großes Blatt quer und male mit grünem Stift einen langen, leicht gebogenen Stängel.
- Zeichne oben einen kleinen Kreis als Mitte der Pusteblume.
- Rund um den Kreis drückt jedes Kind seinen Fingerabdruck in seiner Lieblingsfarbe auf.
- Einige Abdrücke dürfen „wegfliegen“: Setzt sie weiter oben ins Blatt, mit zarten Strichen als Stiel.
- Jedes Kind schreibt seinen Namen neben den eigenen Abdruck oder lässt ihn sich aufschreiben.
- Gut trocknen lassen und oben einen Satz ergänzen, zum Beispiel: „Danke, dass du uns hast wachsen lassen.“
Zum Schluss: Gemeinsam Danke sagen
Ob Pusteblume, Handabdruck-Baum oder Erinnerungsbuch: Was zählt, ist nicht die perfekte Ausführung, sondern dass jedes Kind ein Stück von sich hineingelegt hat. Genau das spüren Erzieher:innen und Lehrkräfte, wenn sie das Geschenk in den Händen halten. Und auch für die Kinder wird der Abschied ein bisschen leichter, wenn sie ihn selbst mitgestalten durften.
Und wenn es nach dem Abschiedsfest mit müden, aber stolzen Kindern nach Hause geht, sorgt ein Offline-Hörbuch im Auto für eine ruhige, entspannte Fahrt.
Jetzt aber ran an den Tisch: Schnappt euch Stifte und Farben, krempelt die Ärmel hoch und legt gemeinsam los. Das schönste Dankeschön entsteht genau dort, wo Kinderhände Spuren hinterlassen.
Kurz erklärt
Gemeinschaftsbild
Ein Bild, an dem viele Kinder gemeinsam malen. Jedes Kind gibt einen kleinen Teil dazu, und am Ende entsteht ein großes Ganzes.
Fingerabdruck-Technik
Man tupft die Fingerkuppe in Farbe und drückt sie aufs Papier. Aus den kleinen Tupfen werden Blüten, Tiere oder Pusteblumen-Schirmchen.
Erinnerungsbuch
Ein Heft oder Album, in dem jedes Kind eine eigene Seite gestaltet, mit Bild, Namen und einem Satz. So bleibt die gemeinsame Zeit lebendig.
Häufige Fragen
Wie viel Zeit sollten wir für ein gemeinsames Abschiedsgeschenk einplanen?
Plane möglichst zwei bis vier Wochen ein. So können alle Kinder in Ruhe ihren Beitrag gestalten, auch wenn mal jemand krank ist. Ein Erinnerungsbuch braucht wegen des Einsammelns der Seiten meist am längsten, ein Fingerabdruck-Bild geht deutlich schneller.
Was tun, wenn ein Kind gar keine Lust zum Malen hat?
Druck hilft hier nicht. Biete Alternativen an: einen Fingerabdruck statt einer Zeichnung, einen diktierten Satz, ein Foto oder einen kleinen bemalten Stein. Auch ein kurzer Beitrag zeigt Wertschätzung, und Freiwilligkeit macht das Geschenk ehrlicher.
Sollten Erwachsene die Bilder der Kinder nachbessern?
Lieber nicht. Gerade die schiefen Linien und eigenwilligen Farben machen ein Kindergeschenk persönlich. Erwachsene können beim Rahmen, Binden oder Beschriften helfen, die Gestaltung selbst darf aber bei den Kindern bleiben.