Zum Inhalt springen
Mit KI erstellt
Kita & Schule

Malen verbindet Generationen: Kreative Ideen für Großeltern und Enkel – vor Ort, per Bilderpost und im Videocall

Nähe, die nicht von Kilometern abhängt

Vielleicht kennst du das: Du sitzt mit deinem Enkelkind am Küchentisch, die Buntstifte rollen über die Wachstuchdecke, und plötzlich erzählt die Kleine Dinge, die sie sonst nie erzählen würde. Oder du wohnst Hunderte Kilometer entfernt und fragst dich, wie du zwischen den Besuchen mehr sein kannst als eine freundliche Stimme am Telefon. Vielleicht bist du auch Mama oder Papa und wünschst dir, dass Oma und Opa im Leben eurer Kinder einen festen Platz haben – trotz vollem Kalender und weiter Wege.

Egal, aus welcher Richtung du auf dieses Thema schaust: Gemeinsames Malen und Basteln ist eine der einfachsten und herzlichsten Brücken zwischen den Generationen. Es braucht kein großes Talent, kaum Material – und es funktioniert vor Ort, per Post und sogar über den Bildschirm.

Warum gemeinsames Malen so viel bewirkt

Viele Großeltern empfinden ihre Rolle als wichtig und positiv. Gerade in der Lebensphase rund um den Ruhestand kann die Beziehung zu den Enkeln dem Alltag einen neuen Sinn geben. Und wie die gemeinsame Zeit gestaltet wird, wirkt sich sogar auf die Gesundheit aus.

Malen hat dabei einen besonderen Vorteil: Man tut etwas zusammen, ohne dass ständig geredet werden muss. Gespräche entstehen ganz von selbst. Schüchterne Kinder öffnen sich, und Erwachsene erfahren, was die Kleinen gerade beschäftigt. Am Ende bleibt etwas Greifbares – ein Bild für den Kühlschrank, eine Erinnerung für später.

Spannend ist auch ein Ergebnis des Deutschen Jugendinstituts: Die Beziehung zwischen Großeltern und Enkeln gelingt, wenn das Verhältnis zwischen Großeltern und Eltern stimmt. Die Eltern sind also die Brücke. Bindet sie ruhig mit ein – sie halten Briefumschläge bereit oder richten den Videocall ein.

7 Ideen, die du sofort ausprobieren kannst

  1. Das Riesenbild am Boden (vor Ort): Rollt ein Stück Tapete oder Packpapier auf dem Boden aus. Jede Person bekommt eine Ecke, in der Mitte treffen sich alle Bilder. Thema zum Beispiel: „Unser Traumgarten“. Wer nicht mehr gut auf dem Boden sitzen kann, klebt das Papier einfach an den Tisch.
  2. „So war das bei mir“ (vor Ort oder im Videocall): Erzähl von deinem Kinderzimmer, deinem ersten Fahrrad oder deinem Schulweg. Dein Enkelkind malt dazu, wie es sich das vorstellt. Danach malt es sein eigenes Zimmer, und ihr vergleicht. So wird Familiengeschichte ganz lebendig.
  3. Das reisende Fortsetzungsbild (Bilderpost): Du malst einen Anfang – etwa ein Haus mit offener Tür – und schickst das Blatt los. Das Kind malt, wer darin wohnt, und schickt es zurück. Du ergänzst einen Hund, das Kind einen Regenbogen. Nach einigen Runden ist ein gemeinsames Kunstwerk entstanden.
  4. Ausmal-Briefe (Bilderpost): Zeichne einfache Umrisse – den Apfelbaum im Garten, deine Katze, euer Lieblingseis – und lass Platz zum Ausmalen. Lege einen kleinen Gruß dazu: „Welche Farbe hat mein Baum bei dir?“ Ältere Kinder können dir umgekehrt ein Bilderrätsel schicken.
  5. Diktat-Malen (Videocall): Einer beschreibt ein Bild, das der andere nicht sieht: „Male einen großen Kreis. Oben drauf zwei Dreiecke …“ Am Ende halten beide ihr Blatt in die Kamera – das Gelächter ist garantiert. Das schult Zuhören und genaues Beschreiben.
  6. Parallel malen mit Ausstellung (Videocall): Legt vorher dasselbe Material bereit und malt gleichzeitig zum selben Thema. Stell das Handy so auf, dass dein Gesicht und ein Stück Tisch zu sehen sind. Zum Schluss gibt es eine kleine „Vernissage“, bei der jeder sein Bild vorstellt. Plane lieber 15 fröhliche Minuten als eine lange Stunde.
  7. Die Enkel-Galerie bei Oma und Opa: Hängt die geschickten Bilder sichtbar auf – an eine Wäscheleine im Flur oder in einen Bilderrahmen. Kinder sind unglaublich stolz, wenn sie beim nächsten Besuch ihre Werke entdecken. Das zeigt mehr als jedes Lob: Du bist mir wichtig.

Ein kleiner, aber wichtiger Gedanke für alle Ideen: Bewerte nicht, sondern frage. Statt „Das ist aber schön!“ lieber: „Erzähl mir von deinem Bild.“ So bleibt der Spaß am Machen im Mittelpunkt, nicht das Ergebnis.

Probier es selbst aus: Die Familien-Hand-Kette

  1. Lege deine Hand auf ein Blatt Papier und lass sie von deinem Enkelkind umranden.
  2. Dann umrandest du die kleine Hand daneben – möglichst so, dass sich die Daumen berühren.
  3. Gestaltet beide Hände frei: Muster, Lieblingstiere, kleine Symbole für das, was ihr gern macht.
  4. Wohnt ihr weit auseinander? Dann schickst du deine umrandete Hand per Post, das Kind ergänzt seine und schickt das Blatt zurück.
  5. Schreibt Datum und Namen darunter. In ein, zwei Jahren wiederholt ihr das – und staunt, wie die kleine Hand gewachsen ist.

Was du dafür brauchst

  • Papier in verschiedenen Größen, gern auch eine Rolle Packpapier oder Tapetenreste
  • Buntstifte, Filzstifte oder Wachsmalstifte – für ganz Kleine dicke, gut greifbare Stifte
  • Kleber, Kinderschere und Bastelreste wie Wolle, Stoff oder Blätter aus dem Garten
  • Für Bilderpost: Briefumschläge, Briefmarken und vorab notierte Adressen
  • Für den Videocall: ein Handy oder Tablet mit stabilem Halt und gutem Licht
  • Und das Wichtigste: ein bisschen Zeit, Geduld und Lust auf Unperfektes

Kleine Bilder, große Verbindung

Am Ende geht es nicht um Meisterwerke, sondern um das Gefühl: Da denkt jemand an mich. Jeder krumme Regenbogen im Briefkasten und jedes lachende Gesicht im Videocall erzählt davon. Und wenn die Fahrt zum nächsten Besuch lang wird, verkürzt ein Faktolino-Hörbuch – auch offline im Auto – die Wartezeit, bis ihr euch wieder gegenübersitzt.

Also: Schnappt euch Stifte, legt Papier bereit und fangt einfach an – ob am selben Tisch oder Hunderte Kilometer voneinander entfernt.

Kurz erklärt

Bilderpost

Briefe, in denen statt vieler Worte vor allem Bilder hin und her geschickt werden – zum Beispiel von Oma zum Enkelkind und zurück.

Fortsetzungsbild

Ein Bild, an dem mehrere Menschen nacheinander weitermalen. Jeder fügt etwas hinzu, bis ein gemeinsames Kunstwerk fertig ist.

Videocall

Ein Telefongespräch mit Bild über Handy, Tablet oder Computer. So kann man sich beim Malen gegenseitig sehen, auch wenn man weit voneinander entfernt wohnt.

Häufige Fragen

Was mache ich, wenn mein Enkelkind im Videocall nach wenigen Minuten keine Lust mehr hat?

Das ist völlig normal, besonders bei jüngeren Kindern. Plane lieber kurze Malrunden von 10 bis 15 Minuten mit einer klaren Aufgabe und beende das Gespräch, solange es noch Spaß macht. Ein kurzer, fröhlicher Call ist wertvoller als ein langer, zäher.

Ich kann selbst gar nicht gut malen – ist das ein Problem?

Überhaupt nicht. Kinder freuen sich über deine Aufmerksamkeit, nicht über perfekte Linien. Wenn du über dein schiefes Pferd lachst, lernt dein Enkel ganz nebenbei: Beim Malen geht es ums Ausprobieren, nicht ums Können.

Ab welchem Alter funktioniert Bilderpost?

Schon Kleinkinder können kritzeln und sich über einen Brief mit ihrem Namen freuen; die Eltern helfen beim Verschicken. Fortsetzungsbilder oder kleine Mal-Rätsel klappen meist ab dem Kindergartenalter, wenn das Kind schon eigene Ideen einbringt.

Christoph Alexander Verlag
Christoph Alexander Verlag
Von Pädagog:innen entwickelt, von Illustrator:innen erstellt. Wir machen Malbücher mit Herz — keine Gratis-Masse.
✦ Gratis für dich

Hol dir 5 Gratis-Motive zum Schnuppern

Trag deine E-Mail ein — und wir schicken dir 5 von Illustrator:innen erstellte Ausmal-Motive (Mandalas & Polygone Magie) als PDF. Zum Ausdrucken, Ausmalen und Ausprobieren, ob unser Stil zu euch passt. Kein Konto nötig, jederzeit abbestellbar.

  • 5 Ausmal-Motive geschenkt
  • Sofort als PDF — von Illustrator:innen erstellt
  • Jederzeit abbestellbar
🔒 Double-Opt-in · kein Spam · in Sekunden im Postfach
Buchberater