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Beschäftigung & Freizeit

Kreativ draußen: Malen im Garten, auf dem Balkon und im Park

Die Sonne scheint, und drinnen heißt es: „Mir ist langweilig“

Kennst du das? Draußen ist das schönste Wetter, aber das Kind hängt drinnen herum und weiß nichts mit sich anzufangen. Vielleicht bist du Mama oder Papa, vielleicht Oma oder Opa mit Enkelbesuch am Wochenende, Patentante, Onkel oder Erzieherin mit einer quirligen Gruppe. Und du suchst eine Idee, die nicht wieder vor einem Bildschirm endet. Oder du überlegst gerade, was du verschenken könntest, damit Kinder Lust bekommen, rauszugehen.

Die gute Nachricht: Du brauchst weder einen großen Garten noch teures Material. Ein Stück Gehweg, ein Balkon oder eine Wiese im Park reichen völlig. Dazu ein paar Farben und ein bisschen Neugier, und schon wird aus einem gewöhnlichen Nachmittag ein kleines Freiluft-Atelier.

Warum Malen draußen so guttut

Drinnen hat ein Blatt Papier klare Ränder. Draußen wird plötzlich der ganze Boden zur Leinwand. Die Bremer Umwelt Beratung beschreibt sehr schön, warum Kinder von Straßenkreide so fasziniert sind: Sie genießen es, mit kleinen Bewegungen Großes zu bewirken und Spuren auf dem dunklen Untergrund zu hinterlassen.

Dazu kommt die Bewegung. Wer ein Riesenbild auf die Einfahrt malt, kniet, krabbelt, steht auf und betrachtet sein Werk von oben. Das fordert den ganzen Körper und die Fingerspitzen zugleich. Die Natur liefert die Ideen gleich mit: Blätter, Steine, Wolken, Käfer. Und weil Kreide beim nächsten Regen verschwindet, fällt der Druck weg, dass alles „perfekt“ werden muss. Ganz nebenbei entsteht das Wertvollste: gemeinsame Zeit, in der niemand auf die Uhr schaut.

8 Ideen für kreative Stunden im Freien

  1. Riesenbilder mit Straßenkreide: Lass das Kind sich auf den Boden legen und zeichne seinen Umriss nach. Danach darf es sich selbst ausmalen, mit Superheldenumhang, Prinzessinnenkrone oder Astronautenhelm. Auch toll: eine Kreidestraße für Spielzeugautos oder ein Fluss mit Fischen über die ganze Einfahrt. Straßenkreide lässt sich in der Regel einfach mit Wasser wieder entfernen.
  2. Hüpfspiele selbst erfinden: Der Klassiker „Himmel und Hölle“ ist schnell aufgemalt. Noch spannender wird es mit eigenen Varianten: eine Schneckenspirale, ein Tierpfad, auf dem man wie Frosch, Storch oder Känguru hüpfen muss, oder ein Kreide-Parcours mit Balancierlinien. So wird Malen zum Bewegungsspiel.
  3. Steine bemalen: Sammelt beim Spaziergang glatte, flache Steine. Zu Hause werden sie gewaschen, getrocknet und bemalt, als Marienkäfer, Monster, Gesichter oder kleine Glücksbringer. Für ältere Kinder eignen sich Acrylstifte, für die Kleinen reichen Wasserfarben oder Kreide. Die fertigen Steine machen sich wunderbar im Blumenkasten auf dem Balkon. Liegen lassen solltet ihr sie besser nicht in Wiesen oder Bächen, denn Farbe gehört nicht in die Natur.
  4. Rubbelbilder aus der Natur: Leg ein Blatt Papier auf Baumrinde, ein Blatt oder eine Steinmauer und reibe mit der Längsseite eines Wachsmalstifts darüber. Wie von Zauberhand erscheint das Muster. Kinder rennen danach oft von Baum zu Baum und vergleichen: Welche Rinde ist am rauesten?
  5. Ein Picknick-Malset packen: Eine kleine Box mit Klemmbrett, Papier, Buntstiften, Wachsmalern, ein paar Ausmalseiten und Feuchttüchern ist im Nu gepackt. Das Klemmbrett ist der heimliche Star: Damit fliegt nichts weg, und man kann überall malen, auf der Decke, im Gras oder auf einem Baumstumpf. Ein schönes Mitbringsel übrigens, wenn du als Oma, Opa oder Pate etwas Kleines schenken möchtest.
  6. Mit Naturfarben experimentieren: Wie viel Farbe steckt in Gras, Erde oder einem heruntergefallenen Blütenblatt? Reibt verschiedene Fundstücke über weißes Papier und schaut, welche Töne entstehen. Bleibt dabei bei Pflanzen, die ihr sicher kennt, und wascht euch danach die Hände.
  7. Schatten nachzeichnen: Stellt eine Spielfigur oder einen Stock in die Sonne und umrandet den Schatten mit Kreide. Kommt nach einer Stunde zurück: Der Schatten ist gewandert! Aus mehreren Umrissen entstehen fantastische Schatten-Monster, die man anschließend bunt ausmalen kann.
  8. Eine Balkon-Galerie eröffnen: Spann eine Schnur oder Wäscheleine und häng die Kunstwerke mit Wäscheklammern auf. Eine kleine „Vernissage“ mit Saft und Keksen macht Kinder stolz. Und Nachbarn, Großeltern oder Freunde dürfen staunen.

Was du dafür brauchst

  • Straßenkreide, am besten dicke Stangen für kleine Hände
  • Einen Becher Wasser und eine Gießkanne zum Ausprobieren und Aufräumen
  • Papier, Klemmbrett, Buntstifte und Wachsmalstifte
  • Glatte Steine sowie Acrylstifte oder Wasserfarben
  • Wäscheleine und Klammern für die Galerie
  • Alte Kleidung, Sonnenschutz und Feuchttücher

Ein Wort zur Sicherheit: Laut Bundesinstitut für Risikobewertung ist gewöhnliche Straßenkreide für Kinder ungiftig. Bei kleinen Kindern kann Kreide aber in die Luftwege gelangen. Bleib bei den Jüngsten deshalb in Reichweite. Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf aktuelle Öko-Test-Ergebnisse. Laut Öko-Test ist eine Verpackung aus Karton umweltfreundlicher als Plastik.

Probier es selbst aus: Nasse oder trockene Kreide?

  1. Malt mit einer trockenen Kreide einen dicken Streifen auf den Boden.
  2. Taucht dieselbe Kreide kurz in einen Becher Wasser.
  3. Malt direkt daneben einen zweiten Streifen.
  4. Vergleicht: Welcher Streifen leuchtet stärker? Wie fühlt sich die nasse Kreide an?
  5. Wartet, bis alles getrocknet ist, und schaut noch einmal hin. Hat sich etwas verändert?

Kinder lieben solche kleinen Forschungsfragen. Lass sie ruhig selbst vermuten, bevor ihr es ausprobiert. Es gibt kein Richtig oder Falsch, nur neugieriges Gucken.

Einfach anfangen

Du musst kein Programm abspulen und keine perfekten Ergebnisse vorzeigen. Oft genügt es, eine Kreide hinzulegen und selbst den ersten Strich zu machen. Den Rest übernehmen die Kinder meist ganz von allein. Und falls der Weg in den Park etwas länger ist: Ein vorher heruntergeladenes Hörbuch fürs Auto verkürzt die Fahrt und bringt manchmal schon die ersten Bildideen mit.

Also: Schnappt euch Kreide, Stifte und ein paar Steine, sucht euch ein sonniges Plätzchen und legt los. Die schönsten Kunstwerke entstehen oft genau dann, wenn niemand etwas Bestimmtes erwartet.

Kurz erklärt

Straßenkreide

Dicke, bunte Kreide zum Malen auf Asphalt und Pflastersteinen. Sie besteht meist aus Gips und lässt sich mit Wasser wieder abwaschen.

Gips

Ein weißes Mineral, aus dem viele Straßenkreiden hergestellt werden. Gemischt mit Farbpulver entstehen daraus bunte Kreidestangen.

Farbpigmente

Winzige Farbteilchen, die einem Material seine Farbe geben, zum Beispiel der Kreide, dem Buntstift oder dem Wasserfarbkasten.

Frottage

Eine Rubbeltechnik: Man legt Papier auf eine raue Fläche wie Baumrinde und reibt mit einem Stift darüber. So erscheint das Muster auf dem Blatt.

Häufige Fragen

Ist Straßenkreide für Kinder giftig?

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist gewöhnliche Straßenkreide für Kinder ungiftig. Das BfR weist aber darauf hin, dass bei kleinen Kindern Kreide in die Luftwege gelangen kann. Bleib bei den Kleinsten deshalb in der Nähe und achte darauf, dass die Kreide nicht in den Mund wandert.

Worauf sollte ich beim Kauf von Straßenkreide achten?

Öko-Test hat Straßenmalkreiden mehrfach geprüft. Ein Blick auf aktuelle Testergebnisse lohnt sich also. Laut Öko-Test ist eine Verpackung aus Karton umweltfreundlicher als eine aus Plastik. Für kleine Hände sind dicke Kreiden praktisch, weil sie gut in der Faust liegen und nicht so schnell abbrechen.

Wie bekomme ich Kreidebilder wieder weg?

Straßenkreide lässt sich in der Regel einfach mit Wasser entfernen. Oft erledigt das der nächste Regenschauer. Wer nicht warten mag, nimmt Gießkanne und Schrubber. Das macht Kindern meist genauso viel Spaß wie das Malen selbst.

Welche Farben eignen sich zum Steine-Bemalen?

Bewährt haben sich Acrylfarben oder Acrylstifte, weil sie auf glatten Steinen gut halten. Mit Klarlack versiegelt werden die Steine wetterfest. Für jüngere Kinder genügen Wasserfarben oder Kreide. Die halten nicht lange, aber genau das kann man prima als Regen-Experiment beobachten.

Christoph Alexander Verlag
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