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Kindergeburtstag zum Ausmalen: Einladungen, Hüte und Wimpel, die Kinder selbst gestalten

Bald ist Geburtstag, und alle wollen mithelfen

Der große Tag rückt näher. Die Gästeliste steht halbwegs, der Kuchen ist in Planung, und dann fragt das Geburtstagskind mit leuchtenden Augen: „Darf ich die Einladungen selbst machen?“ Vielleicht bist du Mama oder Papa. Vielleicht bist du aber auch Oma oder Opa, Patentante, Onkel oder Erzieherin und bereitest eine kleine Feier vor. Oder du suchst nach einem Geschenk, das schon vor der Party Freude macht. Fertige Partydeko ist schnell gekauft. Ihr fehlt aber oft genau das, was Kinder am meisten lieben: selbst etwas beizutragen.

Die gute Nachricht: Mit einfachen Ausmal-Vorlagen werden Einladungen, Tischkarten, Partyhüte und Wimpelketten zu kleinen Kunstwerken. Dafür braucht es weder viel Geld noch Perfektion. Ein Drucker, ein paar Stifte und etwas Geduld reichen völlig aus.

Warum sich das Selbstgestalten lohnt

Beim Malen üben Kinder ganz nebenbei Hand-Auge-Koordination, Stifthaltung, Planung und Aufmerksamkeit. Ehrlicherweise gehört dazu: Das ist kein garantierter Entwicklungseffekt und schon gar kein Test. Viel wichtiger ist etwas anderes. Malen ist für Kinder ein selbstbestimmter Weg, Spuren zu hinterlassen und Ideen sichtbar zu machen. Stell dir den Moment vor, wenn das Kind „seine“ Wimpelkette über dem Geburtstagstisch entdeckt. Dann ist die Feier nicht nur für das Kind organisiert worden. Es hat sie mitgestaltet, und darauf ist es zu Recht stolz.

8 Ideen, die du sofort umsetzen kannst

  1. Einladungen in Etappen gestalten. Druck eine Einladungsvorlage mehrfach aus und lass dein Kind die Motive ausmalen. Datum, Uhrzeit und Adresse trägst du vorher oder hinterher ein. Größere Kinder unterschreiben gern selbst. Plane mehrere kurze Malrunden ein, denn zehn Einladungen am Stück sind selbst für Erwachsene viel.
  2. Tischkarten mit Erkennungszeichen. Überlegt gemeinsam für jeden Gast ein kleines Symbol: einen Dino für Ben, eine Blume für Mia, einen Fußball für Leo. Bei Kleinen schreibst du die Namen vor. Schulkinder können vorgepunktete Buchstaben nachspuren oder die Namen selbst schreiben.
  3. Partyhüte flach bemalen, dann rollen. Die klassische Hutvorlage ist ein Viertel- oder Halbkreis. Ausmalen, bekleben und verzieren geht auf dem Tisch viel leichter als am fertigen Kegel. Erst danach rollst du den Hut zusammen und klebst ihn. Das Gummiband sollte locker sitzen und nicht einschneiden.
  4. Wimpelkette als Gemeinschaftswerk. Jeder Wimpel ist ein einfaches Dreieck, eine perfekte Fläche zum Ausmalen. Ob mit Mustern, Buchstaben des Namens oder dem Lieblingstier: Jeder Wimpel darf anders aussehen. Zum Schluss knickt ihr die obere Kante über eine Schnur und klebt sie fest.
  5. Eine Ankommens-Malstation einrichten. Leg auf der Party einen Tisch mit leeren Wimpel-Vorlagen und Stiften bereit. So können die ersten Gäste sofort loslegen, die Wartezeit vergeht schneller, und schüchterne Kinder finden leichter einen Einstieg. Am Ende des Tages hängt eine Kette, an der alle mitgemalt haben. Sie ist eine schöne Erinnerung.
  6. Aufgaben nach Können verteilen. Jüngere Kinder kritzeln, füllen Flächen oder stempeln. Ältere schneiden aus, schreiben oder entwerfen eigene Muster. Kritzeln, Kreise oder Kopffüßler sind ganz normale Entwicklungsschritte, und das Tempo unterscheidet sich von Kind zu Kind stark. Vergleichen lohnt sich also nicht.
  7. Fragen statt korrigieren. Lila Hüte, grüne Sonnen, ein Wimpel nur in Schwarz? Wunderbar! Die freie Farbwahl gibt Kindern Raum für eigenen Ausdruck. Frag lieber neugierig: „Erzähl mal, was passiert da?“ Biete außerdem zwei oder drei Vorlagen zur Auswahl an, statt eine vorzugeben.
  8. Mitmachen aus der Ferne. Großeltern, Paten oder Tanten, die weiter weg wohnen, können ein kleines Mal-Paket schicken: ausgedruckte Vorlagen, ein paar gute Stifte und eine Schnur für die Wimpelkette. Das ist ein Geschenk, das die Vorfreude schon Tage vor der Feier wachsen lässt.

Probier es selbst aus: Die eigene Wimpel-Vorlage in zehn Minuten

  1. Zeichne mit einem dicken schwarzen Stift ein großes, spitzes Dreieck auf ein Blatt Papier. Das ist eure Grundform.
  2. Male einfache Umrisse in das Dreieck, zum Beispiel einen Stern, einen Luftballon oder die Zahl des neuen Lebensjahres. Oder lass dein Kind das Motiv selbst vorzeichnen.
  3. Kopiere das Blatt so oft, wie ihr Wimpel braucht. Alternativ legt ihr es unter ein dünnes Blatt und paust es durch.
  4. Ausmalen, ausschneiden und den oberen Rand etwa fingerbreit umknicken.
  5. Die Wimpel über die Schnur legen, festkleben und an der Wand oder Gardinenstange aufhängen. Fertig ist die ganz persönliche Partydeko!

Was du dafür brauchst

  • Ausdruckbare Vorlagen oder selbst gezeichnete Umrisse
  • Festeres Papier oder Tonpapier für Hüte und Wimpel. Welche Grammatur dein Drucker schafft, steht meist in der Anleitung.
  • Bunt-, Filz- oder Wachsmalstifte, gern dicke Varianten für kleine Hände
  • Eine Kinderschere und Klebestift, für Hüte eventuell Tesafilm oder einen Tacker (Erwachsenensache)
  • Gummiband für die Partyhüte und eine Schnur für die Wimpelkette
  • Optional: Sticker, Stempel, Glitzer und eine abwaschbare Tischdecke
  • Vor allem: Zeit und Gelassenheit, wenn etwas schief wird

Perfekt ist hier gar nichts, und genau das ist schön

Ein Partyhut mit Klebefleck, eine Tischkarte mit verwackeltem Namen, ein Wimpel, der eigentlich ein Monster sein soll: Gerade diese kleinen Unvollkommenheiten machen selbst gestaltete Deko so liebenswert. Die Gäste spüren, dass hier jemand mit Herz bei der Sache war. Und das Geburtstagskind erlebt, dass seine Ideen zählen. Unter diesem Beitrag findest du passende Malbücher, falls ihr nach der Party gar nicht mehr aufhören wollt. Und wenn die Fahrt zur Feier bei Oma und Opa länger dauert, hält ein offline geladenes Faktolino-Hörbuch im Auto die Vorfreude wach.

Also: Schnappt euch Stifte, macht den Tisch frei und legt los. Die schönste Partydeko ist die, an der ihr gemeinsam gemalt habt.

Kurz erklärt

Feinmotorik

Die Fähigkeit, kleine Muskelbewegungen genau zu steuern, zum Beispiel beim Malen, Schneiden oder Schreiben.

Hand-Auge-Koordination

Wenn Augen und Hände gut zusammenarbeiten: Das Auge sieht die Linie, die Hand führt den Stift dorthin.

Grammatur

Gibt an, wie schwer und damit wie dick ein Papier ist. Dickeres Papier eignet sich besser für Hüte und Wimpel.

Wimpelkette

Viele bunte Papier- oder Stoffdreiecke, die an einer Schnur hängen. Sie ist eine beliebte Partydeko.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter kann ein Kind bei der Partydeko mitgestalten?

Schon Kleinkinder können kritzeln, Farbflächen füllen oder stempeln. Ältere Kinder schneiden, schreiben Namen und entwerfen eigene Muster. Tempo und Interesse sind sehr unterschiedlich. Orientiere dich deshalb am Kind und nicht am Alter auf dem Papier.

Was tun, wenn das Kind mittendrin keine Lust mehr hat?

Das ist völlig normal. Plane lieber mehrere kurze Malrunden über ein paar Tage als eine lange Sitzung. Halb fertige Einladungen darfst du auch gemeinsam vollenden. Wichtig ist der Spaß am Mitmachen, nicht die Stückzahl.

Wie können sich Großeltern oder Paten beteiligen, die nicht vor Ort sind?

Ein kleines Mal-Paket mit ausgedruckten Vorlagen, Stiften und einer Schnur für die Wimpelkette ist ein wunderbares Vorfreude-Geschenk vor der Party. Wer zu Besuch kommt, kann einen gemeinsamen Bastelnachmittag daraus machen.

Christoph Alexander Verlag
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