Malen als Familienritual: So schafft ihr gemeinsame Kreativzeit
Malen kann viel mehr sein als eine Beschäftigung für zwischendurch. Wenn Eltern und Kinder sich regelmäßig gemeinsam Zeit nehmen, um zu malen, entsteht daraus mit der Zeit etwas sehr Wertvolles: ein kreatives Familienritual. Es geht dabei nicht um perfekte Bilder, sondern um das, was zwischen den Linien passiert. Um Nähe, Aufmerksamkeit, Ruhe – und um echte Verbindung.
Was macht ein Ritual aus – und warum ist das wichtig für Kinder?
Rituale geben Struktur. Gerade Kinder, die sich noch in einer Welt voller Veränderungen zurechtfinden müssen, profitieren davon. Ein Ritual ist etwas, das wiederkehrt. Nicht zufällig, sondern verlässlich. Es schafft Sicherheit, Orientierung und einen festen Anker im Alltag.
Dabei muss es nichts Großes sein. Kein aufwendiger Bastelnachmittag, keine perfekt vorbereitete Zeichenstunde. Es reicht ein fester Zeitpunkt in der Woche. Ein klarer Ort. Und das stille Versprechen: Jetzt gehört diese Zeit nur uns.
Ein Malritual lebt davon, dass alle mitmachen – auch die Erwachsenen. Wenn Mama oder Papa ebenfalls zum Stift greifen, verändert sich die Dynamik. Kinder spüren: Hier geht es nicht um Kontrolle, sondern um gemeinsames Erleben. Alle sitzen am Tisch. Alle malen. Jeder auf seine Weise.
Warum gerade das Malen so gut als Ritual funktioniert
Malen ist niedrigschwellig. Es braucht keine Vorkenntnisse, kein Vorbild, keine Erklärung. Jedes Familienmitglied kann sofort einsteigen – egal wie alt, wie kreativ oder wie geübt. Und das ohne Erwartungsdruck.
Im Gegensatz zu vielen anderen Aktivitäten fordert Malen wenig äußere Reize. Es entsteht kein Wettbewerb. Es gibt keine Punkte. Kein Ergebnis, das besser oder schlechter ist. Stattdessen steht das Tun im Mittelpunkt. Genau das ist für Kinder – und auch für Erwachsene – eine Wohltat.
Während die Hände arbeiten, kommen Gedanken zur Ruhe. Oder ins Gespräch. Viele Eltern berichten, dass gerade beim gemeinsamen Malen Gespräche entstehen, die sonst im Alltag schwer Platz finden. Ohne gezielte Fragen. Einfach, weil Raum dafür da ist.
So gelingt der Einstieg – auch wenn es noch kein Ritual ist
Wenn du selbst das Malen bislang eher deinem Kind überlassen hast, lohnt es sich, einfach mal mitzumachen. Du brauchst dafür keine besonderen Fähigkeiten. Es reicht ein Blatt Papier, ein paar Stifte – und die Bereitschaft, dich auf den Moment einzulassen.
Vielleicht beginnst du mit einem unserer Malbücher. Such dir ein Motiv aus, das euch beide anspricht. Tiere, Baustellen, Roboter, Natur – was interessiert euch gerade gemeinsam? Druckt ein paar Seiten aus (bei den PDF-Versionen) oder blättert im Printbuch. Und dann legt ihr einfach los.
Sprich währenddessen nicht über das Ergebnis. Frag dein Kind, welche Farben es ausgewählt hat. Zeig dein eigenes Bild – auch wenn es unordentlich oder experimentell ist. Genau darin liegt die Kraft: in der Offenheit, in der Echtheit, im gemeinsamen Ausprobieren.
Wenn es euch gutgetan hat: Mach es nochmal. Vielleicht am nächsten Wochenende. Vielleicht immer sonntags nach dem Frühstück. Und irgendwann wird es ein Ritual. Ganz von selbst.
Malbücher als gemeinsamer Anker
Unsere Bücher sind bewusst so gestaltet, dass sie sowohl allein als auch gemeinsam genutzt werden können. Viele Motive enthalten kleine Details, über die man ins Gespräch kommen kann. Manche laden zum Weiterspinnen ein – andere lassen bewusst Raum, um eigene Figuren hinzuzufügen.
Das gilt für unsere digitalen Ausgaben genauso wie für unsere gedruckten Malbücher. Ihr könnt einzelne Seiten ausdrucken, auf A4 oder A3 vergrößern, zusammen an einem großen Bild arbeiten oder nebeneinander an unterschiedlichen Motiven sitzen. Beides schafft Verbindung.
Besonders beliebt für Familienzeit sind unsere Themenbücher mit aufeinander aufbauenden Szenen – z. B. eine Baustelle, bei der von Seite zu Seite etwas Neues dazukommt. So entsteht nicht nur ein Bild, sondern eine kleine Geschichte, die man gemeinsam „durchmalt“.
Und was ist, wenn mein Kind nicht mitmachen will?
Auch das gehört dazu. Kinder sind nicht immer in der gleichen Stimmung. Manchmal möchten sie nicht malen, sondern spielen, rennen oder allein sein. Das ist völlig in Ordnung.
Ein Ritual ist kein Zwang. Es lebt von Freiwilligkeit. Du kannst dein Kind einladen, mitzumachen. Aber wenn es ablehnt, mach ruhig alleine weiter. Oft schauen Kinder eine Weile zu – und setzen sich dann doch dazu. Vielleicht nicht beim ersten Mal. Aber irgendwann.
Manche Kinder entdecken das Malen über das gemeinsame Tun. Sie spüren, dass es nicht um Leistung geht. Dass niemand vorgibt, wie es auszusehen hat. Und genau das kann den Druck rausnehmen – und die Freude reinbringen.
für Erwachsene